20121001

Auszeichnung für PROVIDURIUM



Bereits im März 2012 haben wir das Werkstatt- und Inszenierungprojekt PROVIDURIUM für das stellwerk Weimar realisiert. Nun wurde dieses von einer, durch den Thüringer Theaterverband bestellten, Fachjury für den ersten Thüringer Theaterpreis nominiert, mehr...
Damit nehmen wir als eine von sechs nominierten Gruppen am Avant Art Theaterfestival 2012 teil. (Spielplan)

Begründet haben sie das wie folgt:
Mit "Providurium" richtet das Stellwerk Weimar eine verstetigte performative Baustelle ein. In einem künstlerischen Forschungsprozess entdeckt und untersucht die heterogene Gruppe aus Erfurt, Weimar und Jena Bewegungsmuster und Choreographien des Alltags. Mit und in einer Klangraum-Installation entsteht ein Abend, der Tanz- und Sprechperformance vereint. "Providurium" nimmt dabei nicht nur seinen Titel ernst, sondern auch seine Akteure. Von Choreographin Mandy Unger und Regisseur Lucian Patermann werden sie nicht nur genau geführt, sondern als Forscher und Protokollanten von Anfang an in die Stückentwicklung eingebunden. Die offen angelegte Erarbeitung macht ihren prozeßhaften Charakter deutlich sichtbar. Das Ergebnis hat eine flexible Form, die es erlaubt, Adaptionen an neue Aufführungsorte und -formate vorzunehmen. Eine Arbeitsweise, die auch für den hohen künstlerischen Anspruch der Gruppe an sich selbst steht. 
Indem "Providurium" Zeit- und Raummaße spielerisch verändert, dehnt und staucht, verbindet und auseinander reißt, synchronisiert und entkoppelt, bringt die Performance den Alltag des Betrachters aus dem Takt und macht so Verborgenes sichtbar. Gewohnheitsmäßig Bekanntes wird fremd und rückt damit wieder in den Fokus der Aufmerksamkeit. Da konsequent auf Protagonisten verzichtet wird und ständig neue Konstellationen entstehen, bleibt die analytische Distanz dabei immer bestehen. Als akustischer und visueller Beobachter wird der Zuschauer so selbst zum Mitwirkenden der Forschungsarbeit.
Dirk Förster (LOFFT,  Leipzig)